Merk-Würdiges auf dem Jakobsweg IV: Die Chorprobe

Als ich in der Kirchgemeinde anrufe und nach einem Pilgerquartier frage, sagt die Dame im Pfarramt, dass das mit dem Pilgerquartier wohl ein Missverständnis sei. Sie vermieteten hier Ferienwohnungen, aber die werde ich sicher nicht wollen – als Pilgerin. „Die sind Ihnen bestimmt zu teuer!“ So, wie sie das sagt, klingt es überhaupt nicht herablassend, sondern sehr verständnisvoll. Also frage ich gar nicht erst nach dem Preis einer Ferienwohnung.

 

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Merk-Würdiges auf dem Jakobsweg III: Kompromisse im Raucheridyll

Das habe ich nun davon! - Bereits der erste Anruf in der Pension hätte mir zu denken geben müssen. Die Raucherinnenstimme am Telefon meinte, sie könne mir nicht sagen, ob am Abend ein Zimmer frei sei. Das wisse nur der Chef, und der sei nicht da. Ich solle am späten Vormittag erneut anrufen. Das tat ich dann auch. Wieder meldete sich eine Raucherinnenstimme, eine andere diesmal. Ja, ich könne ein Zimmer bekommen – für Dreißig Euro. Gut, sagte ich, das nehme ich.

 

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Merk-Würdiges auf dem Jakobsweg II: Wo ist Luther?

An meinen letzten Besuch in Eisenach vor vielen, wirklich sehr vielen Jahren konnte ich mich kaum noch erinnern, aber ich wusste, hier ganz in der Nähe muss es das Luther-Denkmal geben. Ein Blick in den Stadtplan brachte Klarheit. Dieser wies den Karlsplatz als Standort des Denkmals aus. Den Karlsplatz? Dort befindet sich doch auch meine Herberge. Da hätte mir das Denkmal eigentlich auffallen müssen.

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Abenteuer Mitteldeutschland: Allein. Zu Fuß. Unterwegs.

Nun habe ich es also geschafft! Nicht als erste und nicht als letzte. Ein wenig stolz bin ich trotzdem. Ich folgte dem Ökumenischen Pilgerweg von Görlitz bis Vacha. Landschaft, Wetter, Weg, Menschen und Unterkünfte waren so vielfältig wie nur vorstellbar. Heute liefere ich an dieser Stelle etwas Statistik.

 

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Merk-Würdiges auf dem Jakobsweg: Die Nacht auf der Empore

Dort, wo normalerweise die Orgel steht, stand hier – nichts! Nun ja, fast nichts. Es gab einen kleinen viereckigen Tisch mit drei Stühlen, und es gab ein einfaches Regal mit Küchenutensilien. Dennoch: Die Empore war nackt. Sie schien mir die Größe eines respektablen Tanzsaales aufzuweisen. Als die Übernachtungsgäste ihre Lager bereitet hatten, war aus dem Tanz- ein Schlafsaal geworden.

 

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Auf dem Jakobsweg zu Fuß durch Sachsen: So schön kann langsam sein (Teil 2)

Leipzig hat mich schon zu DDR-Zeiten fasziniert, und das, obwohl ich nie Messebesucherin war: Bei meinen zahlreichen Kurzaufenthalten zogen mich die Antiquariate der Stadt besonders an. Im Teehaus an der Thomaskirche war ich gerne zu Gast – damals, als ich Tee noch dem Kaffee vorzog. Und gelegentlich hat mich eine Ausstellung nach Leipzig gelockt. Ich erinnere mich an eine Man-Ray-Fotoausstellung, zu der ich als ganz junge Studentin an einem bitterkalten Wintertag Mitte der 80er Jahre fuhr. Aber das soll hier kein Hohelied auf Leipzig werden, sondern – wenn überhaupt – auf den Weg dorthin. Und der ist spannender, als man denkt.

 

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Auf dem Jakobsweg zu Fuß durch Sachsen: So schön kann langsam sein (Teil 1)

Was bringt eine Frau in mittleren Jahren (in den besten Jahren!) dazu, Job und Familie hinter sich zu lassen, und sich allein zu Fuß auf den Weg zu machen einmal quer durch Sachsen? Was gibt es eigentlich zu entdecken entlang der Pilgerstrecke von Görlitz nach Leipzig? Und wie ergeht es einer Atheistin auf dem Jakobsweg?

 

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