In der Ferne · 21. April 2019
Ich laufe und laufe und laufe. Der Boden unter meinen Füßen ist weiß. Ich laufe und laufe und laufe. Der Boden unter meinen Füßen ist milchig trüb. Ich laufe und laufe und … Der Boden unter meinen Füßen ist – weg. Gerade erst habe ich den rechten Fuß zum nächsten Schritt gehoben. Nun, mitten in der Vorwärtsbewegung, kurz bevor ich ihn wieder absetzen will, zucke ich zusammen und erstarre. Denn unter meinem Fuß ist nichts, nichts als schwarze Leere.
In der Ferne · 02. September 2018
Kaum habe ich unsere gut sortierte Reisebuchhandlung in der Dresdner Neustadt betreten und erwähnt, dass ich eine Wanderkarte für eine Trekking-Tour in Island benötige, vermutet der freundliche Inhaber: „Ihr wollt bestimmt auf den Laugavegur!“ „Nein“, antworte ich, „auf den Kjalvegur. Der ist nicht so überlaufen.“ Die von mir gewünschte Karte bestellt er sofort, einen Tag später kann ich sie abholen.
In der Nähe · 23. April 2018
Anke Wolfert: Beim Nachmittagsspaziergang
Der Lieper Winkel ist eine Landzunge auf der Insel Usedom. Peenestrom, Achterwasser und Krienker See umgeben ihn. Hier gibt es noch unbefestigte Straßen und altes Kopfsteinpflaster, morgens krähen die Hähne, und die Einkaufs- und Einkehrmöglichkeiten sind eher bescheiden. Wer auf einen Supermarkt nicht verzichten will, fährt nach Usedom-Stadt, ansonsten kann man sich zum Beispiel in Elas Kaufeck in Warthe oder Ramonas Hofladen in Krienke mit dem Nötigsten versorgen. Im Lieper Winkel...
In der Nähe · 07. Januar 2018
Anke Wolfert: Fußweg nach Nankendorf
Bereits zwei Kilometer vor dem Ortseingang von Nankendorf blockiert die freiwillige Feuerwehr die Zufahrt zum Ort. Diese Straße ist heute Abend gesperrt. Von hier aus geht es nur noch zu Fuß oder mit dem Fahrrad weiter. Die Besucher des Lichterfestes müssen die Autos auf einem provisorisch eingerichteten Parkplatz abstellen.
In Gedanken · 26. November 2017
Als ich in der Kirchgemeinde anrufe und nach einem Pilgerquartier frage, sagt die Dame im Pfarramt, dass das mit dem Pilgerquartier wohl ein Missverständnis sei. Sie vermieteten hier Ferienwohnungen, aber die werde ich sicher nicht wollen – als Pilgerin. „Die sind Ihnen bestimmt zu teuer!“ So, wie sie das sagt, klingt es überhaupt nicht herablassend, sondern sehr verständnisvoll. Also frage ich gar nicht erst nach dem Preis einer Ferienwohnung.
In Gedanken · 01. November 2017
Das habe ich nun davon! - Bereits der erste Anruf in der Pension hätte mir zu denken geben müssen. Die Raucherinnenstimme am Telefon meinte, sie könne mir nicht sagen, ob am Abend ein Zimmer frei sei. Das wisse nur der Chef, und der sei nicht da. Ich solle am späten Vormittag erneut anrufen. Das tat ich dann auch. Wieder meldete sich eine Raucherinnenstimme, eine andere diesmal. Ja, ich könne ein Zimmer bekommen – für Dreißig Euro. Gut, sagte ich, das nehme ich.
Im Sucher · 06. Oktober 2017
Lieber Kundenservice, vielen Dank für Ihre Antwort! An einem Abend im August verschickte ich eine E-Mail-Anfrage an Sie, einen Kamera-Tragegurt aus Leder zum Preis von 75 EUR betreffend: Wie breit, wie lang, passt der an meine Kamera? Meiner Meinung nach einfach zu beantwortende Fragen. So einfach, dass die Antworten auf diese Fragen von vornherein Bestandteil der Artikelbeschreibung im Online-Shop sein sollten.
In Bewegung · 03. September 2017
Anke Wolfert: Das Kleine Vilm-Schwimmen - ein Wettkampf für Kinder
Das Vilm-Schwimmen ist ein Wettkampf für (fast) jedermann. Hierbei gilt es, den Rügischen Bodden von der kleinen Insel Vilm zur großen „Schwester“ Rügen zu durchschwimmen. Die Länge der Strecke: 2,5 km.
Im Sucher · 25. Mai 2017
Anke Wolfert: Fotomarathon 2017
Liebe G., ich sitze gerade ziemlich erschöpft auf der Terrasse vom Lingnerschloss in Dresden. Etwas profaner ausgedrückt: Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich im Biergarten. Allein. Ohne Bier. Nur Zettel und Stift liegen vor mir auf dem Gartentisch, auf dem noch Tropfen des nachmittäglichen Regengusses zu sehen sind.
Im Sucher · 19. März 2017
Ich gestehe: Noch vor einer Woche hätte ich keinen einzigen tschechischen Fotografen nennen können. Nun gleich drei! Und alle lernte ich zufällig kennen, quasi im Vorbeigehen, eben als Touristin. Die Fotografen sind: ein junger Naturwissenschaftler, der 1976 verstorbene "Poet von Prag" und ein weltbekannter Jugendstilkünstler. Sie heißen Petr Jan Juračka, Josef Sudek und Alfons Mucha.

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